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Kritiken

 

 

KRITIKEN zu "DER LADEN" (zweiter Abend) PREMIERE 22.09.2012

 

24.09. 2012 in "LR-Online" von Hartmut Krug

 

(...)Und Johanna Emil Fülle schafft es, die Gemeindeschwester Christine als Esaus Liebe nicht nur als elegisch erscheinen zu lassen. Die Schar der Männer, die den Nationalsozialismus verdrängen und auf sich auf unterschiedliche Weise mit der neuen Zeit arrangieren müssen, sind sehr schön als unterschiedliche Typen konturiert. Wie Oliver Seidel, Rolf-Jürgen Gebert, Kai Börner, Thomas Harms, Johannes Kienast und Amadeus Gollner Leben in die Figurentableaus des Regisseurs bringen, zeigt, welch starkes Ensemble das Staatstheater Cottbus besitzt.


17.10.2012 in "Dresdener Neueste Nachrichten" von Tomas Petzold

 

Auf der Bühne gilt das Interesse indes zuerst der Figur. Esau Matt steht diesmal fast zu sehr im Mittelpunkt. (...)Eher sachlich realistisch bewegen sich Corinna Breite als ungeliebte Ehefrau sowei Johanna Emil Fülle als Gemeindeschwester und Esaus zeitweilige Geliebte.

 

 

KRITIKEN ZU "DER LADEN" (erster Abend) PREMIERE 09.06.2012

 

12.06.2012 in "Neues Deutschland" von Gunnar Decker

Ein Heimspiel für die Lausitz sicherlich, diese kryptosorbische »Laden«-Saga, ohne dabei doch zu verleugnen, dass es mehr ist: ein Spiegel der Verheißungen und Katastrophen des 20. Jahrhunderts. Ein bisschen Jahrmarkt muss sein? Da kommt dann ein Pferd auf die Bühne, ebenso echt wie die Fahrräder oder das Motorrad, auf dem Esau Matt die umworbene Ilonka Spadi (eindrucksvoll einen eigenen Ton behauptend: Johanna Emil Fülle) ins Grüne fährt. (Der Leihgeber des Motorrads wird übrigens im Programmheft bedankt, der des schönen weißen Pferdes erstaunlicherweise nicht.)

Die Fahrt ins Grüne endet für Esau allerdings desaströs, denn er erweist sich nicht als »ganz anders« als die anderen Männer, wie es sich das auf Abwehr programmierte Mädchen ausgemalt hat. Auch er will nur »das Eine«? Nein, er will vieles, er will alles und weiß doch lange nicht, was überhaupt.

 


12.06.2012 in "Dresdener Neueste Nachrichten" von Tomas Petzold

 Die autoritäre Schärfe, mit der Gymnasiallehrer Dr. Apfelkorn seine Unsicherheit überspielt, wird ebenso eindringlich fühlbar wie das Fluidum der für Esau unerreichbaren Sphäre, in der sich die singende, tanzende, halb mondäne, halb asketisch intellektuelle Ilonka ( Johanna Emil Fülle) bewegt.

 

 

11.06.2012 in "Märkische Allgemeine Zeitung" von Frank Dietschreit

Er (Oliver  Breite) ist ein Esau, der zugleich spielt und kommentiert, erlebt und erzählt. Er ist alterslos, führt als allwissender Ich-Erzähler durchs Geschehen, ist im nächsten Moment ein naiver Junge, der sich zu Hause nach einem bisschen Familienfrieden sehnt, ein aufbrausender Schüler, der auf der „hochen“ Schule mit dem Nazi-Lehrer streitet oder sich als pubertierender Knabe unheilbar in die schöne Ilona (Johanna Emil Fülle) verknallt. Esau fragt nach dem Wohin und Woher, dem Warum und Wieso, und mit Goethe fragt er immer wieder: Was ist Dichtung, was ist Wahrheit? Vielleicht erfahren wir es am 22. September, wenn der zweite Teil der Bühnenfassung Premiere feiert und uns einen Esau zeigt, der aus dem Krieg nach Hause kommt, zum Schriftsteller und Sozialisten wird. Wir sind gespannt.

 

Weitere Kritiken: Nachtkritik.de, Lausitzer Rundschau, RBB Inforadio, RBB Kulturradio, Märkische Oderzeitung, Sächsische Zeitung, Berliner Zeitung, Frankfurter Rundschau

 

 

 

KRITIKEN ZU "ALLE MEINE SÖHNE" PREMIERE 07.04.2012

 

5/2012 in "Blicklicht" von Jens Pittasch

Und nun ist Ann gekommen. Auch bei ihr spüren wir,sie hat noch mit etwas abzuschließen und etwas zu verarbeiten. Die Schuld des Vaters? Nein. So richtig berührt sie dessen Schicksal nicht. Was aber ist es

dann? Im Moment hat sie nur ein Ziel: Chris heiraten.Denn den liebte sie schon, als es noch keiner wusste,

nicht einmal Chris selbst. Der seinerseits hatte zwar neidisch nach der Freundin des jüngeren Bruders geschaut. Doch nach Larrys Tod und Steeves Verurteilung wurden die Wege der Familien getrennt - bis jetzt. Ob Ann und er gemeinsam weiterkommen und ihre Vergangenheit zurücklassen können?

Besonders Rolf-Jürgen Gebert und Johanna Emil Fülle ließen mich staunen in dieser Inszenierung von

Harald Fuhrmann. War ich zur Pause noch voller Zweifel, kommen beide im Verlauf des Abends zu

einer Zeichnung ihrer Personen, die ich von ihnen so noch nie sah.

 

 

08.04.2012 auf "nachtkritik.de" von Hartmut Krug

Man kann dieses Stück mit seiner Aufdecktechnik und seinen psychologischen Überdeutlichkeiten langweilig und schrecklich altmodisch finden. Aber man kann sich auch, wie Regisseur Fuhrmann und seine Schauspieler, mit viel Einverständnis und Elan hineinwerfen. Dann wird es immerhin ein klares Demonstrationsspiel mit Entwicklungsfiguren, auch wenn die sich nicht wirklich entwickeln.(...)

 Rolf-Jürgen Gebert beeindruckt als Jo anfangs als von sich überzeugter und in sich ruhender Erfolgsmensch, der allmähliche Absturz gelingt ihm nicht ganz so beeindruckend. Sigrun Fischer, die als seine Frau Kate durch die wellig aufgebrezelte Haarmode der Zeit zur spießigen Familienmutter verunstaltet ist, verwechselt leider Expressivität mit Intensität und führt ihre Rolle in zum Schluss unangenehm und unangemessen ausartende Toberei.

Ganz anders, sehr konzentriert und überzeugend ruhig gibt Johanna Emil Fülle die junge Ann. Ansonsten werden, teils durchaus souverän, Figuren entwickelt, die nicht Brüche zeigen, sondern Begründungen liefern. Also wird jede vom Autor erklärte menschliche Regung von den Schauspielern mimisch-gestisch nachgemalt. Und dass der heile Lebensraum der Familie ein Konstrukt ist, zeigt das Bühnenbild überdeutlich. Es wird immer mehr abgebaut, bis zum Schluss nur noch ein kleines Stück des Gartens, der Insel der Ruhe, der falschen Seligkeit, aber auch der Lügen, übrig ist.

Hier stehen beim offenen Schluss, nachdem sich Joe erschossen hat, Chris und Ann. Beieinander und doch kein heiles Paar. Da haben wir am Schluss wenigstens noch etwas zum Nachdenken. hier

 Märkischen Boten.

 

KRITIKEN ZU "FAMILIENBANDE- EIN SPEKTAKULUM" PREMIERE 28.01.2012

 

 

17.10.2012 in "schwäbische.de" von Winfried J. Hamann

 

Überzeugende Leistung: Johanna Emil Fülle (tatsächlich Emil) als Miriam Steinke, Sigrun Fischer als ihre Mutter Gerit Steinke und Oliver Seidel, der Miriams Freund Carlo sowie der Rest des Cottbuser Ensemble beeindrucken mit "Steinkes Rettung". (Foto: cf)

 

Tochter Miriam im besten Teenageralter hat sowieso genug von dieser „5-Sterne-Scheiße“. Ihr Kompromiss-Angebot: „Wie wäre es, wenn ihr mich solange zur Adoption frei gebt?“ Vorschlag abgelehnt. Es bleibt dabei: Zwangsurlaub in den Bergen, weil Vati Entspannung braucht.

Mal wieder den Kreis der Familie entdecken, die sonst nur „Deko für sein Ego“ ist. Vati, der Unabkömmliche, ist nämlich Workaholic. Selbst zu Hause nennt man diesen Werner Steinke deshalb Captain, und so waren sich die Firma Transtec und Ehefrau Gerit einig: eine Almhütte muss es sein. Bauer Matti – laut Miriam „Yetis Nachgeburt“ – würde dafür sorgen, dass es ihnen an nichts fehlt. Steinkes fünf Handys werden weggepackt, dasjenige von Miriam zertrümmert die Mutter. Und Miriams Freund Carlo wird bestimmt schnell lernen, wer im Hause Steinke den Ton angibt, selbst wenn das jetzt über den bayerischen Tälern liegt. Angesichts des grandiosen Ausblicks dorthin entfährt es Miriam immerhin: „Wow, die Eremiten haben’s drauf!“

(...)

Spätestens an dieser Stelle wird es Zeit, auf die bezwingenden Leistungen des Staatstheaters Cottbus hinzuweisen, das die Akteure dieser Inszenierung ins 700 Kilometer entfernte Stadttheater Lindau geschickt hat: Auf die kesse Johanna Emil Fülle, die tausend Facetten der alles durchblickenden Miriam so plausibel auf die Bretter bringt; auf Oliver Seidel, der als Freund Carlo so überzeugend daran erinnert, wie verquer die Gedankenwelt des Schwiegervaters in spe schon festgezurrt ist und sie diesem mit allen Mitteln der (Schauspiel-)Kunst vor Augen führt; oder an Sigrun Fischer, die sich als Ehefrau ebenfalls längst in dieser Welt eingerichtet hat und viel zu spät – und dann mit tödlicher Konsequenz – merkt, welch großer Lebenstäuschung sie in all den Jahren aufgesessen ist.(...)

So aber kamen immerhin über dreihundert Besucher, die wohl allesamt von der bestechenden Stringenz dieser Inszenierung erfasst wurden, denen der Übergang vom anfänglichen Humor zur giftigen Gesellschaftssatire aber gewiss einen gehörigen Schrecken eingejagt hat. In jedem Falle aber wurde das Versprechen der Kulturmacher, ihrem Publikum auch die Begegnung mit zeitgenössischen und gesellschaftsrelevanten Stücken zu ermöglichen, mit Bukowskis Stück auf hohem Niveau eingelöst.

 

 

29.01. 2012 im "Kulturradio des RBB" Frühritik von Oliver Kranz

Am Anfang steht Brechts Kleinbürgerhochzeit, inszeniert von Schauspieldirektor Mario Holetzeck. Die Aufführung hat so viel Schwung und schrägen Witz, dass man sich einen besseren Start ins Spektakel kaum vorstellen kann. Es geht um eine Hochzeitsgesellschaft, die in der Wohnung des Brautpaares am Essenstisch sitzt. Erst werden Höflichkeiten ausgetauscht, dann – als genug Alkohol geflossen ist – fallen die Masken. Da wird über die Möbel gelästert, die der Bräutigam selbst gebaut hat und über das z. T. recht anzügliche Verhalten der Braut. Die Möbel krachen nach und nach zusammen, und am Ende liegt das Eheglück eigentlich in Scherben, aber das Brautpaar kichert sich eins und geht ins Bett.
Wahre Zweisamkeit wird als Ausweg angeboten. Und genau so hat Mario Holetzeck das Stück inszeniert: Erst tanzen alle beschwingt in den Saal, dann passieren die ersten Unfälle: Die Lampe flackert, der Brautvater verschluckt sich, die Mutter zerdeppert das gute Porzellan. Die Gags sind nicht neu, aber sie werden mit so viel Spielfreude serviert, dass man sich vor Lachen kugeln könnte.
 Brecht / Weill zum Dessert
Das Brecht/Weill-Programm, das Mario Holetzeck zum Ausklang des Abends inszeniert hat, hat mit dem Thema "Familie" eigentlich wenig zu tun - es geht eher um Liebe und fleischliche Genüsse. Als Rausschmeißer eignen sich die bitter-komischen und manchmal auch arg zotigen Texte aber allemal - zumal sie vom Cottbuser Ensemble mit Charme vorgetragen werden.


3/12 in "BLICKLICHT" von Jens Pittasch

Die Tochter (Johanna Emil Fülle) kennt den Käptn kaum und kann auf seine Anwesenheit auch gut verzichten. Auf Urlaub mit ihm besonders. Genau dersteht jedoch nun an. Die Frau ist es, die in Wahrheit dieses Etwas von Familie zusammenhält, die den Käptn in Gefühl und Glauben an seine Größe und Bedeutung lässt und in den ganz normalen Konflikten mit der jugendlichen Tochter steht. Im Beginn des Stückes zeigen dies Sigrun Fischer und Johanna Emil Fülle wirklich gelungen. Auch Rolf-Jürgen Gebert bringt uns diesen Steinke aus Einbildung, Selbstverliebtheit und ihm verborgener Realitätsferne sehr überzeugend.(...)

Denn nicht nur Steinke selbst steht am Rande der Beherrschung. Die größere Last trug Ehefrau Gerit. Und
Tochter Miriam flüchtete sich schon längst in ein eigenes Leben. Zu dem gehört Freund Carlo (Oliver Seidel), der uneingeladen mit auf den Berg kommt und den Familienurlaub nur knapp überlebt. Damit immerhin geht es ihm besser als anderen. Wie sich das im bemerkenswerten Nähkästchen-Bühnenbildvon Gundula Martin alles abspielt und zuspitzt ist nsgesamt in jedem Falle sehenswert.

Abschluss des Abends: „WEILL.FAMILIE.BRECHT“
„Songs über die Liebe“, ist der letzte Teil der BANDE benannt. Wie der Titel verrät, tragen Kurt Weill und
Bert Brecht für diese Lieder Verantwortung. Und über die Familienfähigkeit des Herrn Brecht sagte ich eingangs etwas. Was Brecht schrieb und Weill vertonte, mag ich allerdings überwiegend sehr. So werde ich nicht weiter darauf eingehen, dass ihre Charaktere, die hier zu Wort kommen, eher die Anti- Familie repräsentieren. Oder die, für die Familie ein Traum blieb oder Alptraum schien. Wie unsere Schauspieler jedoch die ausgewählten Lieder sangen und wie dieses ganze Schlussstück gestaltet wurde,ist wirklich äußerst gelungen und sehr eindrucksvoll.(...)Das Publikum hustet hörbar, anhaltend und ist anfangs unkonzentriert.Was schade ist, denn nahezu jede Silbe und jeder Ton und jede geschickt, sparsam, klein doch wirkungsvollangelegte Aktion auf der Bühne verdienen alle Aufmerksamkeit. Es ist ein Liederprogramm der Familienlosen, jedoch nicht der Hoffnungslosen.Vielen Dank dafür an Heidrun Bartholomäus, Sigrun Fischer, Johanna Emil Fülle, Laura Maria Hänsel, Johanna-Julia Spitzer, Susann Thiede, Oliver Breite, Michael Becker, Kai Börner, Rolf-Jürgen Gebert, Gunnar Golkowski, Amadeus Gollner, Thomas Harms, Roland Schroll, Oliver Seidel, Berndt Stichler, Arndt Wille und Musikus Hans Petith.
 

 

30.01.2012 in "LR- Online" von Gabriele Gorgas

Theaterkost in drei Gängen
Übrigens bestätigt sich bei diesem Spektakulum auch einmal mehr die allseits verbreitete Annahme, dass mit Hochzeiten manche Familiendramen überhaupt erst ihren Lauf nehmen.
Zum Auftakt der Theaterkost in drei Gängen erlebt das Publikum „Die Kleinbürgerhochzeit“ von Bertolt Brecht.
Mario Holetzeck inszeniert das Szenario voller Katastrophen und Sticheleien als ein brüchiges Tafelwerk, wo besagte ewigliche Geschichten genüsslich ausgeweitet, Begehrlichkeiten sogleich in Angriff genommen und Fehden wacker ausgetragen werden.
Er durchzieht das Ganze zudem mit genüsslich zelebrierten Liedern, beispielsweise „Wenn der Topf aber nun ein Loch hat“, und da greift eins ins andere, der Texte ist quasi ein „Koreferat“ zum Thema „Arbeitsteilung“ im Ehealltag.Schließlich und endlich kommt alles zum Krachen – nur das Hochzeitspaar (Johanna Emil Fülle und Oliver Seidel) entrinnt überraschend unbeschadet dem Chaos.
Wer sich im zweiten „FamilienBande“-Gang für „Steinkes Rettung“ entschieden hat, wird es sicher nicht bereut haben.Ein spannendes, sehr gegenwärtiges Stück über den ganz normalen Wahnsinn. Der seine Kreise zieht, wo jeder zu Opfer oder Täter werden kann. Regisseur Peter Kupke entblättert den aus Karriere-, Macht-, Kontrollsucht geborenen Wahn Stück für Stück, und schließlich geht es nur noch um das blanke Leben, hat sich statt der alten, eher spielerischen Fronten ein krankhaft-tiefer Graben aufgetan. Ein fast unmerklicher Wechsel zum Tragischen hin – das gelingt Kupke auch in der differenzierten Zeichnung der Figuren. Die Suggestion des Vaters (hervorragend: Rolf-Jürgen Gebert) in seinem gefährlichen Streben, die Mittlerrolle auf Messers Schneide mit der toughen Mutter (Sigrun Fischer), der labil-gebannte, schließlich wach reagierende Carlo (Oliver Seidel) und Johanna Emil Fülle als Tochter Miriam, für die ihre kleine, gar nicht so heile Welt gänzlich aus den Fugen gerät.

 Fazit: Hoch lebe die „FamilienBande“! Was wären wir alle, wenn wir nicht verbandelt und verbändelt wären. Wenn gar nichts mehr klappt und alles in die Brüche geht, dann bleibt uns doch die geliebte, werte Familie.
Und natürlich das Theater. Wir sollten es zu schätzen wissen!

Februar 2012 in "Nachtgedanken" von Blogger Stefan Bock

 zu Steinkes Rettung

 Argwöhnisch beäugt Steinke alles, was nicht in seinen Karriereplan passt und verkennt außerhalb seiner gewohnten Umgebung selbst die gut gemeinten Bemühungen seiner Frau (Sigrun Fischer) und hält die sanft erzwungene Auszeit natürlich für ein abgekartetes Spiel, ihm den „Goldenen Handschlag“ so leicht wie möglich zu machen. Die ebenfalls nicht ganz freiwillig mitgekommene Tochter Miriam (Johanna Emil Fülle) und ihr plötzlich auftauchender Freund Carlo (Oliver Seidel) tun ihr Übriges zur Verstimmung Steinkes.

Regiealtmeister Peter Kupke ist es zu verdanken, dass das nie in den blanken Klamauk abdriftet, sondern in seiner ganzen Drastik trotzdem glaubhaft bleibt. Das mit Wohncontainer sparsam eingerichtete Bühnenbild lenkt durch den fehlenden Naturalismus nicht vom eigentlichen tieferen Sinn des Stückes ab und kann auch mal als Berggipfel bestiegen werden. Rolf-Jürgen Gebert als Kontrollfreak Steinke und Sigrun Fischer als dessen Frau mit Sinn für Romantik, genauso wie für die harte Realität, überzeugen ebenso, wie die Darsteller der aus ihrer anfänglichen Coolness gekippten Jugendlichen.

 

28.02. 2012 in "Der märkische Bote" von Jürgen Heinrich

Zwischen Brecht und Brecht wählen die Besucher aus drei Angeboten. Die meisten treffen sich wieder vor der Hauptbühne zu „Steinkes Rettung“ - einem Bukowski, für den sich der Weg wirklich gelohnt hat, zumal der aus den Meisterhänden von Regisseur Peter Kupke in atemnehmender Dichte abläuft. Fast ein neuer Rolf-Jürgen Gebert agiert hier komödiantisch genial als ausgebrannter Manager, der irgendwie noch seine starke Frau (Sigrun Fischer) und die ausgeflippte Tochter (endlich vollkommen uneitel Johanna Emil Fülle) samt ihrer Generation wahrnimmt. Krachledern kontrastiert zu den kommerzgeschädigten Bergtouris Michael Becker als Bayer mit Quirl unter der Zunge, während Oliver Seidel als extremer Carlo präzise das Maß dieses Konfliktes einhält. Hier erreicht das sanfte Wort Familie theatralische Wucht.

 

 

KRITIKEN ZU "HAROLD UND MAUDE" PREMIERE 14.10.2011

 

11/2011 in " Blicklicht" von Jens Pittasch

Harold ist 19 und im Nirgendwo. Für seine Mutter ein Fall für den Psychiater. Doch Dr. Mathews kann sich in Harold ungefähr soweit hineinversetzen, wie das mit seiner rosa-blauen Brille eben möglich ist. Harold begegnet ihm etwas kopflos ( wortwörtlich), was die Assistentin seiner Mutter ( Johanna Emil Fülle ) zu Boden wirft und den Doktor ziemlich durcheinander bringt.(...)Eine Frau muss her. Per Partneragentur. Doch ob Sylvie, Nancy oder Sunshine ( alle Johanna Emil Fülle) sie sind für Harald nur Anlässe weiterer dramatischer Selbstmordinszenierungen: Bombe, brennender Sarg, abgehackte Hand,... bei Sunshine ergibt sich sogar eine Art Erstkontakt, gestört genug ist die gewollte Schauspielerin, Leider nur ist sie so fasziniert, dass sie in der Todesszene von "Romeo und Julia" verfällt und zu gefesselt ist vom eigenen Spiel, um an die Echtheit von  Harolds Messer zu denken. Johanna Emil Fülle zeigt uns ihre vier Figuren wirklich großartig. Schon in anderen Stücken wurde ihr komödiantisch- kabarettistisches Talent sichtbar. So wie hier konnte sie jedoch noch nie entfalten, gestalten und zeigen.(...) Rudolf Koloc und seinem Team gelingt mit dieser Inszenierung eine sehenswertes KUNST-Stück.

 

 

22./23.10.2011 in "Der Märkische Bote" von Jürgen Heinrich

Diese Inszenierung von Rudolf Koloc, heute Schauspielprofessor in Berlin, einst Schauspiel-Schüler von Christoph Schroth in Schwerin, reiht Bild an Bild kraftvoll aneineinander. Eine Szenenfolge meisterhafter Schauspielereien, manchmal etwas zusammenhanglos. Vielleicht ist das ein Mangel dieser fast genialen 120 Theaterminuten, dass sie der faszinierenden Zweiergeschichte davondriften, etwas selbstverliebt und jahrmarkthaft bisweilen. Aber jede der Rollen greift tief in die Kunst des Fabulierens. (...)Johanna Emil Fülle brilliert in gleich vier Typen junger Frauen (in) bislang von ihr nie gesehener Lockerheit.

 

17.10.2011 in "Lausitzer Rundschau" von Hartmut Krug

Das Ganze: ein heute leicht verstaubt anmutendes Märchen aus Flower-Power-Hippie-Zeiten, als das Träumen noch geholfen hat. Regisseur Rudolf Koloc träumt mit und unterfüttert die Figuren nicht unnötig mit sozialer Aktualisierung. Sie sind in seiner sensiblen und eleganten Inszenierung einfach Haltungsträger, sind eben, wie sie sind, ohne gesellschaftlich genauer erklärt zu werden. Und die Menschen um das unmögliche Paar erscheinen als zeitlose Klischees: der Psychiater, der Pater , die drei Heiratskandidatinnen für Harold, denen Johanna Emil Fülle eine so wunderbar kabarettistische Skurrilität verleiht, dass man sie sich fast schon wieder als reale Alpträume vorzustellen vermag, und der mit seinen Instrumenten lebende und von Maude überanstrengte Inspektor (angenehm zurückhaltend: Thomas Harms).

 

 

KRITIKEN ZU" WOYZECK UND MARIE" PREMIERE 17.06.2011

 

09/11 in "Blicklicht" von Christiane Freitag

Die Figuren neben Woyzeck und Marie geben dem ganzen Treiben noch den letzten Kick und das nicht nur wegen ihrer Kostüme. Sie wirken wie einer Karikatur entsprungen und sind eine perfekte Wiederspiegelung der krankhaften zum Teil widerwärtigen Charakterzüge der Figuren: Da gibt es den dämonisch fiesen Zirkusdirektor(...), den philosophisch, skurilen Zauberer(...), den überheblichen, notgeilen Dompteur(..) und die etwas dümmliche Tochter des Zirkusdirektors( Johanna Emil Fülle), die verzweifelt nach Anerkennung sucht. Sie Schauspieler meistern diese außergewöhnliche Inszenierung wirklich sehr souverän.(...) auch Johanna Emil Fülle erstaunt in dieser Inszenierung mit ihrem noch nicht oft gesehenene komischen Talent.

 

 

15.07.2011 in "Märkische Allgemeine Zeitung" von Martin Stefke

Neben dem polternd-herrischen, aber doch nie ernst zu nehmenden Direktor sehen wir einen müden Zauberer in Strapsen (Gunnar Golkowski), einen in einer papageienhaften Militäruniform steckenden Dompteur und Margreth. Hier ist sie des Direktors Tochter – eine fette, sich dem Vater andienende Knallcharge, die stets die „große Nummer“ bringen will. Was ihr auch gelingt: Sagenhaft komisch ist Johanna Emil Fülle als „stärkster Mann der Welt“.

 

 

 03.07.2011 in "Der Freitag" von Stefan Amzoll

Opponieren, wie nur die Kreatur es kann

Was für ein intensive Bearbeitung! Mario Holetzecks „Woyzeck & Marie“ oder warum es sich lohnt für ein Theaterstück extra nach Cottbus zu fahren

Clowns mit roten Pappnasen und ulkigen Kostümen tänzeln zu Beginn über die Bühne. Musik spielt. Ein bejungter Vogel steigt anmutig hoch. Riesenbälle springen und schweben. Die Clowns stoßen sie ins Parkett. Welch heiteres Treiben. Woyzeck ist hier ein anderer. Mario Holetzeck und seine Truppe erfinden ihn und sein Umfeld neu. Woyzeck & Marie heißt ihr Spiel. Der abgerissene entlassene Soldat kommt als „dummer August“ daher. Der kann blitzartig aus seiner Rolle springen und die merkwürdigsten Züge annehmen. Kann lachen, schreien, beben vor Angst, zärtlich sein, schimpfen und lieben, das Messer ziehen und höchst fürsorglich gegenüber seinem Sohn Christian (Julian Böhm) sein.

Der junge Oliver Seidel gibt die Rolle grandios.(...) Margreth, Tochter des Zirkusdirektors, (Johanna Emil Fülle, Anm. der Homepagegestalterin) bläht sich auf zur stärksten Frau der Welt. Blendende Idee, dieser Figurentausch, der einhergeht mit einer fast permanenten Musikalisierung der Vorgänge. Zwei Musiker (Dietrich Petzold, Frank Petzold) flankieren die Szenerie und steuern vielfarbige Stil- und Klangideen bei. All das ermöglicht eine Revue der Umschläge von Humor zu Bosheit, von heiterem Spiel zu bitterem Ernst, von Tango auf der Violine zu singendem Becken, von Terror zu Gegenterror.(...)

Holetzeck demonstriert radikal die Ohnmacht der Kreatur. Vielleicht hilft nur eins: dem Terror der Furoren mit Gegenterror zu antworten. Die Verhältnisse, sie gehören umgestürzt. Nach Mario Holetzecks Lear ist Woyzeck & Marie eine weitere fantastische Leistung des Cottbuser Ensembles.

 

 

02.07.2011 in "Der Märkische Bote" von Jürgen Heinrich

Mit dieser Inszenierung, die kurz vor Spielzeitende zur Premiere kam, leitet das Schauspiel über von der HEIMAT-Saison zu einem FAMILIEN-Jahr. Nirgendwo sonst scheint der Schauspieldirektor die tiefsten Abgründe der menschlichen Kreatur reiner zu finden, als eben hier in seiner kleinsten Zelle, der Familie. Die Weltliteratur gibt ihm tausendfach Recht, von der Boulewardpresse ganz zu schweigen.
Büchners Fragment enthält jene Magie, die Männer wie den feinsinnigen Regisseur Mario Holetzeck und den großen Gesellschaftslästerer und genialen Ausstatter Lothar Scharsich produktiv zusammenbringen. Ein neues, ein Holetzeck-Schasich-Stück entsteht, ein nur scheinbar harmloses Spiel im Zirkus, das „Woyzeck und Marie“ heißt. Was die beiden mit sich und dieser Welt in der Manege machen und was die Welt mit ihnen außerhalb tut, ist drastisch, farbenprächtig, laut und in Bildern erzählt, die über weite Stücke auch in Pantomime funktionieren. Drastische Charaktere treffen sich frontal, herausfordernd, spöttisch, verächtlich. Sie gehen so unsensibel miteinander um, als sähen wir uns im Spiegel. (...)
Johanna Emil Fülle schwillt im Schaumstoffdress zur Stärksten Frau der Welt. (...)Keine Farbe fehlt dieser Inszenierung. Sie entlässt aber bedrückt. Großes Theater, auf das wir neugierig bleiben können.

 

 

21.06.2011 in "Dresdner Neueste Nachrichten" von Tomas Petzold

Für den Direktor ist sie ( Marie, Anm. d.Homepagegestalterin) mit der gleichen Konsequenz "gesetzt", mit der er die ehrgeizigen Bemühungen der eigenen Tochter (Johanna Emil Fülle) übersieht, die von der Nachbarin Margreth bei Büchner zur stärksten Frau der Welt mutiert. Tatsächlich machen die Schauspieler mit Hingabe und Charme erst einmal richtig Zirkus, so überraschend gut sie das können, und wo sie doch an ihre Grenzen kommen, kaschieren sie das geschickt mit Parodien und einem Kick Selbstironie.


 

20.06.2011 in "Lausitzer Rundschau" von Hartmut Krug

Eine Ballerina schwebt als Engel mit schwarzen Haaren und weißen Flügeln, eine vielfarbig verkleidete Kraftsportlerin stakst mit Stöcken auf Schuhstelzen herein und zwischen Clowns, Zauberer und Dompteur rollen und fliegen riesige Bälle umher. Schon werden die Bälle ins Publikum geworfen, und Woyzeck, ganz in Weiß mit roter Nase und weißer Strubbelmähne über den aufgerissenen Augen des dummen August, folgt ihnen zu Juchzen, Trubel, Mitspielspektakel.
Zauberhafter Zirkuskosmos
Urplötzlich aber ist Schluss. Der diktatorische Zirkusdirektor kommandiert zur Probe: Nur er entscheidet dabei, was und wie Kunst zu sein hat.
Toll, dieser Beginn von Mario Holetzecks Woyzeck-Inszenierung, die ihre Kraft vor allem aus dem Einfallsreichtum des Bühnenbildners Lothar Scharsich zieht. Dessen bunte Fantasiefiguren und Bilderfindungen schaffen einen zaubervollen Zirkuskosmos.(...)

Allzu oft wiederkehrende poetisierende Posen bremsen manch schöne komische Zirkusnummer (Johanna Emil Fülle als stärkste Frau der Welt!)

 

 

KRITIK ZU "FRAU MÜLLER MUSS WEG" PREMIERE 17.04.2011

 

29.09.2011 in "Märkische Allgemeine" von Martin Stefke

Feinsinnige Figurenzeichnung interessiert die Regisseurin nicht. Kräftig zugespitzt, ja überzeichnet kommen die Charaktere daher.(...)

Anette Straubes Figur mimt die erfolgreiche Geschäftsfrau mehr, als dass sie diese wirklich ist, während uns Johanna Emil Fülle als blasierte Mutter des Klassenbesten zu erkennen gibt, dass sie mehr Probleme hat, als wir je erfahren werden.

 

1188.04.2011 in "Lausitzer Rundschau" von Sylvia Belka-Lorenz

18.04.2011 in "Lausitzer Rundschau" von Sylvia Belka-Lorenz

Bedeutender als das Göttliche ist in Cottbus allerdings die große Liebe. Einmal entgleiten die Hände von Alkmene und Jupiter einander, Nur noch ihre Fingerspitzen berühren sich, da der Gott sie verlässt, indem er sich rückwärtsgehend von ihr entfernt. Ein Bild entsteht wie aus Michelangelos „Erschaffung der Welt“. Das ist wunderbar, gerade weil auch dieses Spiel Kleists Vorlage vertraut und hinter all der Leichtigkeit und dem Licht stets das ganz große Drama zu erkennen bleibt.

 

KRITIK ZU "AMPHITRYON" PREMIERE 19.02.2011

 

 

21.02.2011 in "Info-Radio vom RBB" von Harald Asel

Es ist das berühmteste "Ach" der Weltliteratur. Alkmene spricht es am Ende von Kleist Verwechselungsdrama zu ihrem Gemahl Amphitryon. In dessen Gestalt kam Gott Jupiter zu ihr - und nun steht nicht nur für sie die Frage im Raum: welche Identität haben die Menschen, die in uns Gefühle und Loyalitäten erregen. Gibt es die draußen überhaupt? Johanna Emil Fülle, die Alkmene in Cottbus, hat die Bühne über den Zuschauer-Raum schon verlassen, dann wirft sie das "Ach" wie ein Zitat ihrem Mann vor die Füße. Eine Befreite geht davon und lässt die Konventionen, die Erwartungen der Menschen wie die Selbstverliebtheit der Götter hinter sich.
Überhaupt dreht sich in dieser Produktion alles um Alkmene - im wahrsten Sinne des Wortes, denn auf einer schiefen, bisweilen rotierenden runden Ebene, auf dem Präsentierteller also, ist sie weniger ein Opfer als vielmehr die Beobachtende, allmählich Begreifende. Und so scheint sie in sich zu ruhen - sie bewegt ihre Hüften mit dem Diadem, an dem das verräterische J für Jupiter zu sehen ist, wie eine Bauchtänzerin, und sie richtet ihre Anklagen gegen Ende immer gegen beide Amphitryone.

Es ist das berühmteste "Ach" der Weltliteratur. Alkmene spricht es am Ende von Kleist Verwechselungsdrama zu ihrem Gemahl Amphitryon. In dessen Gestalt kam Gott Jupiter zu ihr - und nun steht nicht nur für sie die Frage im Raum: welche Identität haben die Menschen, die in uns Gefühle und Loyalitäten erregen. Gibt es die draußen überhaupt? Johanna Emil Fülle, die Alkmene in Cottbus, hat die Bühne über den Zuschauer-Raum schon verlassen, dann wirft sie das "Ach" wie ein Zitat ihrem Mann vor die Füße. Eine Befreite geht davon und lässt die Konventionen, die Erwartungen der Menschen wie die Selbstverliebtheit der Götter hinter sich.
Überhaupt dreht sich in dieser Produktion alles um Alkmene - im wahrsten Sinne des Wortes, denn auf einer schiefen, bisweilen rotierenden runden Ebene, auf dem Präsentierteller also, ist sie weniger ein Opfer als vielmehr die Beobachtende, allmählich Begreifende. Und so scheint sie in sich zu ruhen - sie bewegt ihre Hüften mit dem Diadem, an dem das verräterische J für Jupiter zu sehen ist, wie eine Bauchtänzerin, und sie richtet ihre Anklagen gegen Ende immer gegen beide Amphitryone.

Ingo Putz, der Gast-Regisseur, hat ihr einen Jupiter beigesellt, der ebenfalls aus der vorgefertigten Rolle fällt: Johanna-Julia Spitzer - in einer Welt, in der wir uns heute im Netz beliebige Identitäten geben können, ist das Andere der Götterwelt durch Geschlechtertausch dargestellt.

 

 

KRITIKEN ZU "LEAR" PREMIERE 20.11.2010

 

30.11.2010 in "Neues Deutschland" von Gunnar Decker

 Während zwei der Töchterrollen mit jungen Männern besetzt sind, fällt die Rolle von Edmund, dem illegitimen Sohn des Grafen von Gloster nun an eine Frau. Die unreine Herkunft als "Bastard" macht diesen Edmund zum machtbesessenen Teufel, der keine Skrupel kennt und auf mörderische Weise alle gegeneinander ausspielt. Das ist dann tatsächlich eine interessante Konstellation: Die hochbegabte Johanna Emil Fülle spielt diesen Edmund als androgynen stockschwingenden Dämon. So avancieren Edmund und sein Halbbruder Edgar zu Hauptfiguren des Stückes. Dein Bruder ist immer dein ärgster Feind!

 

Die vollständige Kritik finden Sie in der Printausgabe des "ND" vom 30.11., mit ABO auch im Netz oder aber hier!

 

22.11.2010 in "Lausitzer Rundschau"  und 25.11.2010 in "Der Freitag" von Stefan Amzoll

Parallel läuft der Strang um den Krieger Graf von Gloster, Rolf-Jürgen Gebert gibt ihm kräftige Kontur. Gloster, eine verwegene, ungeschlachte wie tragische Figur, geschieht es, dass Lears verfluchte Brut ihm die Augen aussticht und in die Ungewissheit schickt. Äußerst kunstvoll gestaltet die Rollen seiner zwei Kinder. Tochter Edmund, ein Bastard, von der blonden schlanken großen Johanna Emil Fülle kampfbetont und abgefeimt gespielt, scheint die Verruchteste von allen. Sie heckt die Intrige aus, verteilt die Briefe, gewinnt im asiatischen Stangenkampf. Sie will auch die Krone. Und verliert. Alle wollen die Krone. Die pantomimischen Spiele um die Krone, bloß ein gezacktes Stück Blech, wie die Blicke nach ihr aufschlagen, wie die Finger nach ihr sehnsüchtig tasten, wie sie achtlos in den Dreck geht, das sind eminent ansteckende Momente.(...)

Nicht minder überwältigend die Kampfszenen. Da dreht das Karussell der kubistischen Bühne rasch, rascher, noch rascher. Oben die Krieger, unten die Verstoßenen, sich Duckenden, schon Halbtoten. Funken und Qualm stieben. Die große Trommel rührt zum letzten Gefecht, treibt an. Die Geige schärft die Schwerter. Das Clavichord rhythmisiert die Choreografie. Wie dem gesamten Ensemble hohe Anerkennung gebührt, so den drei Musikern im Graben.

Was da kam, ist wahrlich selten zu erleben. Sie dürfen klanglich-szenisch über weite Felder gebieten. Fast die ganze Aufführung haben der Percussionist Tobias Dutschke, Dietrich Petzold (Geige, Viola etc.) und der Tastenspieler Hans Petith zu tun. Wie ein Netz spannt sich die vielfarbige, in mannigfachen Funktionen figurierende Musik um die Szenerie. Lady Lear singt am Schluss ein todtraurig' Lied vom Schlaf. Die Katastrophe ist offenbar. Alle noch Übrigen haben sich wechselseitig totgeschlagen. Die Lady umfasst die Leichen ihrer Kinder, wie Ernst Barlach das gemeißelt hat. Am Ende großes Ausatmen. Aufregend dieser »Lear«. Begeistert das Publikum.

 

30.11.2010 in "Der märkische Bote" von Jürgen Heinrich

Shakespeares alter König versammelt seine drei Töchter und gibt ihnen das Erbe nach dem Maß ihres Schmeichelns. Was sagt die jüngste, liebste? Nichts. Er verstößt sie.
So einfach geht das aber bei Mario Holetzeck nicht. Der Schauspieldirektor hat für eine eigene Fassung Menschen aus Fleisch und Blut und Staub gefunden, die zu faszinierenden Charakteren werden, wie der zur schlauen Ratte mutierte Gloster-Sohn (Amadeus Gollner) in den Katakomben oder in der zweiten Handlungslinie das Vater-Tochter-Paar Gloster (Rolf-Jürgen Gebert) und Edmund (Johanna Emil Fülle) im Strudel von Brutalität und doch unbändiger Zuneigung (...)
Ein packender Abend mit sehr viel Beifall!

 

 

12/2010 in "Blicklicht" von Jens Pittasch

Skeptisch jedenfalls war offenbar das Publikum. WeiteTeile des Hauses blieben leer. Ob nun Nachwirkungen des PÜCKLER oder Misstrauenin den LEAR; die, die nicht kamen, haben sich falsch entschieden. Nach nur einer ganz kurzen Aufwärmphase entwickelte sich ein Geschehen auf der Bühne, das fesselte und die Zeit vergessen ließ.Während ich noch über deren faszinierendes Äußeres staune, öffnet sich die Bühne, und das Staunen wird zu Freude. Auf einer bedrohlichen Schräge, weiß mit rotem Granulatboden, steht Lears Hofstaat. Und die machen Staat, allein mit ihrer Erscheinung. Die Ausstatterin Susanne Suhr hat Großes geleistet. Über den Darstellern schwebt, ein weißer Rahmen. Dieses Bild beeindruckt im ersten Moment und wird es im weiteren Verlauf immer wieder tun (Bühne: Gundula Martin). Mario Holetzeck schrieb für diese(n) Cottbuser Lear eine eigene Fassung. Eine, die Shakespeares Stoff kennt, doch Betonungen anders, heutiger, setzt und dabei nicht nur die Hauptfiguren, nicht nur das ganze Stück, sondern auch Mario Holetzeck selbst neu erfindet. Es ist ein neuer Holetzeck, den wir erleben. Und es sind einige der uns bekannten Schauspieler, die wir neu erleben.

Ich wähne mich in einer Art Gesellenstück oder Reifeprüfung. Die gefundenen Aussagen, Spielweisen,

Choreographien, Bilder und Klänge sind teils atemberaubend. Gier, Maßlosigkeit und Zügellosigkeit sehen

wir auf der sich drehenden Schräge unter dem taumelnden Rahmen. „Ist der Mensch nicht mehr als das?“,

heißt es an einer Stelle. Doch: Wir sehen ja, wie sie es versuchen, und wie sie nicht nur scheitern, sondern Gewalt und Tod um sich greifen. Sie sind aufgewachsen ohne Liebe und kennen das Leben als Ergebnis von

Kalkül und eigenem Vorteil. Dessen Krönung wäre die Krone selbst, die stets zum Greifen nah scheint, ganz

tatsächlich immer am Rand, nah an den Abgründen der Spielfläche liegt. Keiner, der sie sich aufsetzt, trägt

sie lange. Es mündet in einer Entscheidungsschlacht, deren Umsetzung ein Kunstwerk im Kunstwerk ist. Der

verwandelte Mario Holetzeck greift hier seine Liebe zu Filmsequenzen auf, nur eben ganz anders, faszinierend,

einen Höhepunkt bildend, der in seiner Eskalation das Ende einleitet. Bedrückend großartig.

Unbedingt zu erwähnen ist die Entstehung der Kampfsequenzen (...)

Basierend auf Kampfgrundlagen des am 12. Oktober tragisch verstorbenen Sensei Hagen Clement trainierte

Kampftrainer Gunnar Helm die Darsteller seit Monaten und lehrte sie in dieser japanische Kunst.

(Die Aufmerksamkeit)  lag an diesem Abend auf der Bühne. Bei Lear, Heidrun Bartholomäus; der Königin von Frankreich, Gabriele Lohmar; dem Grafen von Kent und späteren Narren,Berndt Stichler; einem der wenigen Überlebenden,Herzog von Albany, Michael Becker; Tochter Goneril,Johanna-Julia Spitzer; Edelmann Oswald, Oliver Breite;der Herzogin von Cornwall, Ariadne Pabst; Sohn Reagan, Oliver Seidel; Sohn Cordo, Roland Schroll; dem Grafen von Gloster, Rolf-Jürgen Gebert; seinem SohnEdgar, Amadeus Gollner; und Tochter Edmund, Johanna Emil Fülle; und dem musizierenden Narren vom Beginn und ersten Toten, Alexander Gehlsdorf. Und bei den zehn Kämpfern im Dienste aller Herren.Über mehrere gäbe es noch von großartigenLeistungen zu berichten. Doch das ist in diesem Rahmen nicht mehr möglich. Aus ganzem Herzen daher:Dank euch allen!

 

KRITIK ZU "EGMONT" PREMIERE 11.09.2011

 

13.09.2010 in "Lausitzer Rundschau" von Hartmut Krug

Äußerst kunstvoll gestaltet die Rollen seiner(Glosters) zwei Kinder. Tochter Edmund, ein Bastard, von der blonden schlanken großen Johanna Emil Fülle kampfbetont und abgefeimt gespielt, scheint die Verruchteste von allen. Sie heckt die Intrige aus, verteilt die Briefe, gewinnt im asiatischen Stangenkampf. Sie will auch die Krone. Und verliert. Alle wollen die Krone. Die pantomimischen Spiele um die Krone, bloß ein gezacktes Stück Blech, wie die Blicke nach ihr aufschlagen, wie die Finger nach ihr sehnsüchtig tasten, wie sie achtlos in den Dreck geht, das sind eminent ansteckende Momente.

 

Die komplette Kritik finden Sie hier.

 

23.11.2010 in "Märkische Allgemeine Zeitung" von Martin Stefke

 Dass Regan und Cordelia bei Holetzeck Jungen sind und Reagan (Oliver Seidel) und Cordo heißen – bei Shakespeare hat Lear bekanntlich drei Töchter – tut wenig zur Sache. Es ist beinahe so egal wie der Fakt der hochherrschaftlichen Geschlechterumwandlung. Es funktioniert, als wäre es immer so. Vermutlich soll der Wechsel zeigen, dass neben dem Krieg der Generationen hier auch ein Kampf der Geschlechter tobt.

Er tut es in der Tat. Denn auch Glosters Sohn Edmund ist ein Mädchen. Johanna Emil Fülle spielt einen eiskalten Engel. Sicher zieht sie das Schwert. Am Ende aber haucht auch sie ihr Leben aus. Ein Dauerlächeln begleitet sie durchs dunkle Spiel vom schönen Sterben.

 

 Die vollständige Kritik finden Sie hier.

 

4./5.12 in "Der Märkische Bote" von Jürgen Heinrich

 Der Schauspieldirektor hat für eine eigene Fassung Menschen aus Fleisch und Blut und Staub gefunden, die zu faszinierenden Charakteren werden, wie der zur schlauen Ratte mutierte Gloster-Sohn (Amadeus Gollner) in den Katakomben oder in der zweiten Handlungslinie das Vater-Tochter-Paar Gloster (Rolf-Jürgen Gebert) und Edmund (Johanna Emil Fülle) im Strudel von Brutalität und doch unbändiger Zuneigung. Die „unspielbare“ Tragödie erhält frappierend klare Bildstrukturen durch die Ebenen und Drehungen und Zerstörungen, die Gundula Martin durch ein funktional-lineares Bühnenbild schafft, das Szenen bisweilen ausstellt wie in Bilderrahmen.


Die vollständige Kritik finden Sie hier.

 

 Weitere Kritiken:

 

12/10 in "Blicklicht" von Jens Pittasch: Der Titel ist falsch, aber sonst stimmt fast alles an und in dieser Inszenierung.

 

 

 

KRITIK ZU "EGMONT" PREMIERE 11.09.2010

 

13.09.2010 in "Lausitzer Rundschau" von Hartmut Krug

 

Schauspielerisch leicht und ansehnlich, wie Johanna Emil Fülle als Regentin der Niederlande sich in realistischer Resignation einrichtet und mit dem Rollkoffer abreist.

(...)Eine Inszenierung, die mit szenischem Einfallsreichtum und interpretatorischem (Vor)Witz ein aktuelles Konzept für Goethes zu Recht selten gespieltes Stück zu entwerfen sucht. Auch wenn das nicht immer überzeugt, meinen Respekt besitzt die unterhaltsame Inszenierung.


KRITIK ZU "UNBESCHREIBLICH WEIBLICH" PREMIERE 09.05.2010

 

05.06.2010 in "Märkische Allgemeine" von Martin Stefke

„Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre“ singt Johanna Emil Fülle und verlegt sich findig auf die Rolle des naiven Blondchens.Im Duett mit Sigrun Fischer(...) streitet sie mit Mozarts „Ich bin die erste Sängerin“ um die Rangfolge und mit Marianne Rosenbergs „Er gehört zu mir“ um den zweiten Stiefel.(...)

Die Interpretation der Musik, der Gesang und die so unterschiedlich wie wandlungsreichen Charaktere der Darstellerinnen überzeugen.

 

KRITIK ZU "MAN SPIELT NICHT MIT DER LIEBE#MUSSET" PREMIERE 27.02.2010

 

 

April 2010 in "Blicklicht" von Christiane Freitag

(...)Perdican, der den Baron verließ um in Paris zu studieren und Camille, die just von der besten Klosterschule des Landes wiederkehrte, haben ihre gesamte Kindheit miteinander verbracht, und nichts scheint ihnen zunächst ferner, als sich zu verheiraten. Das Spiel beginnt. Wir erleben heiße Wortgefechte zwischen Perdican und Camille. Wir sehen eine kesse, taffe Johanna Emil Fülle und einen verzweifelt-arroganten, aber auch ungewohnt erwachsenen Jan Hasenfuß. (...) Die Schauspieler spielen was das Zeug hält, die Inszenierung ist großartig und so manch einer bekommt wahrscheinlich einen Spiegel vorgehalten.(...)

 

 

KRITIK ZU "DER SCHIMMELREITER" PREMIERE " 28.11.2009

 

29.11.2009 auf "Nachtkritik" von Hartmut Krug

(...) Johanna Emil Fülle spielt diese Elke mit so schöner, verhaltener Selbstsicherheit und lässt ihre Figur in schüchterner Annäherung aufblühen, dass die von Haukes Unbedingtheit, mit der sich dieser seiner Deichbau-Leidenschaft hingibt, bedrohte Liebe zwischen den beiden mit ins Zentrum des Abends rückt. Wie die beiden sich im Wettstreit gegenseitig Rechenaufgaben stellen und diese dann mit Kreide auf dem Bühnenboden lösen, während Elkes gegenüber seinem Deichgrafen-Amt eher gleichgültiger Vater seine Rechnungen als Papierschiffchen zu den beiden hinabschickt, ist eines von vielen poetisch-plastischen Bildern, mit denen diese Inszenierung die Beziehungen zwischen Menschen erzählt.(...)

 

 

05.12.2009 in "Märkische Allgemeine" von Martin Stefke

Die Leistungen der Hauptdarsteller sind überragend. (...)An Johanna Emil Fülle als Elke Volkerts scheint anfangs wahrhaftig ein Junge verloren zu sein. Burschikos zupackend, findet sie bald Gefallen am grübelnd-geistvollen Hauke. Wenn Johanna Emil Fülle auftritt, herrscht immense Spannung, auch ohne Worte.

 

 

25.02.2011 in "Fuldaer Zeitung" von  Christoph A. Brandner

Hauke scheitert, weil er sich selbst gegenüber untreu wird. Zu diesem besessenen Grübler passt die zarte und starke, verständnisvolle und kluge, pragmatische und hoffnungsbereite Elke von Johanna Emil Fülle sehr gut.

 

 

KRITIK ZU "FRÄULEIN JULIE" PREMIERE 03.10.2009


"Der märkische Bote" von Jürgen Heinrich

Die verzogene Julie hingegen bricht aus aus ihrem Goldenen Käfig. Johanna Emil Fülle führt sie anfangs wie fremdgesteuert vor. Ihr Aufbegehren gegen väterliche Hut führt durch Niederungen in Hoffnung. Es sind genau gezeichnete Charaktere, die sich in diesem kleinen Stück verändern, die uns ähnlich sind. Kommen wir nicht gar vor im Stück? Irrlichternde Camcorder-Bilder vermischen Spiel und Realität. Nachdenklichkeit bleibt. Und es gibt viel Beifall. „Spielwut“ in der Kammerbühne ist sehr nahes Theater. Sehr sehenswertes.

 

05.10.2009 in "Lausitzer Rundschau" von Gabriele Gorgas

 In der Lesart von Holetzeck ist Fräulein Julie keine zarte, schwächelnde Natur oder gar ein „Überbleibsel“ – sie gehört zu den „starken und lebensfähigen Arten“, ist neugierig, durchtrieben, verwöhnt, beherrschend, enttäuscht, entschlossen . . . Johanna Emil Fülle spielt das mit einer gewissen Naivität, und man will (und soll offenbar auch) ihr den Vamp nicht so recht abnehmen. Erst zum Schluss, wenn sie heutig und ganz bei sich, weder beherrschend noch unterwerfend ist, kommt sie dem Publikum sehr nahe.

 

 

13.10.2009 in "Märkische Allgemeine" von Martin Stefke

Johanna Emil Fülles JULIE ist eine Göre – mal maulig, mal kokett – eine Art Paris Hilton. Um das Gerede der Leute schert sich das Blondchen keinen Deut. Wie sie wirkt auch Oliver Seidels Jean, als hätte er gerade eine Handvoll Partypillen geschluckt. Kichernd und japsend, dauernd unter Strom, gebärden sich die beiden überdreht und fallen aus den Rollen: „Du hättest Schauspieler werden sollen.“ – „Ich bin Schauspieler.“ Ist alles nur Spiel? Die Überdrehtheit mag stimmen.

 

KRITIK ZU "MINNA#LESSING"PREMIERE 21.02.2009

 

Johanna Emil Fülles JULIE ist eine Göre – mal maulig, mal kokett – eine Art Paris Hilton. Um das Gerede der Leute schert sich das Blondchen keinen Deut. Wie sie wirkt auch Oliver Seidels Jean, als hätte er gerade eine Handvoll Partypillen geschluckt. Kichernd und japsend, dauernd unter Strom, gebärden sich die beiden überdreht und fallen aus den Rollen: „Du hättest Schauspieler werden sollen.“ – „Ich bin Schauspieler.“ Ist alles nur Spiel? Die Überdrehtheit mag stimmen.

 

 

KRITIKEN ZU "LEHRER SOLLTEN NACKT NICHT TANZEN, NICHT VOR IHREN SCHÜLERN" PREMIERE 29.04.2009

 

02.05.2009 in "Märkische Allgemeine" von Martin Stefke

(...)Fräulein Schulz (hinreißend: Johanna Emil Fülle) wird nun „Sex (praktisch)“ unterrichten. Frau Mann (Gabriele Lohmar) gibt „Tagelang Chillen und trotzdem keine Langeweile“, während im Fach „Drogen nehmen, aber richtig“ alles über Cannabis zu erfahren ist. Am Ende schrammt das Experiment knapp an der Katastrophe vorbei. Doch zum Glück ist alles nur unterhaltsames Spiel. Aber ein lehrreiches.

 

 02.05.2009 in "Lausitzer Rundschau" von Hartmut Krug

 

(...)Immerhin gelingen dem Regisseur und seinen Darstellern hinreißend komische Spielszenen: so, wenn im Drogenunterricht alle mit körpergroßen Joints hantieren, oder wenn im Sex-Unterricht aus aufgeregter Neugier und Aktivität Scham und Schüchternheit werden. Und wie die mit schrecklichen Pullundern, mit roten Haaren und mit Brillen verunstalteten Bernd Stichler und Gunnar Harms als Lehrer Ekel 1 und Ekel 2 aggressive Kotzbrocken spielen, während Johanna Emil Fülle an den Keyboards oder inmitten der Schülerschar als von allen geliebte Lehrerin Fräulein Schulz agiert, zeigt in der Übertreibung schön-schreckliche Lehrerporträts.(...)

 

 

KRITIKEN ZU "MINNA#LESSING"  PREMIERE 21.02.2009

 

23.02.2009 in "Märkische Allgemeine" von Martin Stefke

Die „Minna“ (...) ist geradezu aus einem Guss. Auch wenn Regisseurin Angelika Zacek allzu deutlich macht, dass es in dieser Welt meistens nur um das liebe Geld geht – es regnet beständig Banknoten – sehen wir ein genaues und ungemein amüsantes Spiel. Einem grüblerisch-lottrigen Tellheim (Gunnar Golkowski) und dessen Wachtmeister (Roland Schroll gibt zudem den äußerst schmierigen Wirt) ist das zu danken, vor allem jedoch Susann Thiede und Johanna Emil Fülle in den Frauenrollen. Ja, diese sächsischen Mädchen! Wie überlegt Susann Thiede ihre Minna mit Eigen- und Hintersinn, mit Selbstbewusstsein und viel Ironie ausstattet, dazu mit der hinreißend stürmischen, sich manchmal naiv gebenden aber doch schelmisch-schlauen Franziska ein unschlagbares Doppel bildet, lässt Lessings Lustspiel zum Kabinettstück werden. Klar, dass die beiden „Frauenzimmer“ gemeinsam des Majors altmodisches An-die-Ehre-Denken niederringen. Was dann auch keineswegs den guten alten Lessing auf den Kopf stellt oder gar haut.


24.02.2009 in "Lausitzer Rundschau" von Gabriele Gorgas

Johanna Emil Fülle in der Rolle der Franziska und Roland Schroll als Paul Werner sowie als alle überwachender, virtuell anwesender Wirt lassen kaum etwas zu wünschen übrig – sie jonglieren gekonnt mit dem Soufflé, bringen es so herüber, dass auch Ungesagtes sichtbar wird.

 

 

KRITIK ZU "DIE RÄUBER" PREMIERE 06.12.2008

 

16.12.2008 in "Märkische Allgemeine" von Martin Stefke                                                                        (...) Jede Menge Coolness strömt da aus Kapuzenshirts und Cargohosen. Fehlten diesen Jungen (mit Johanna Emil Fülle als Schufterle ist auch ein ziemlich rabiates Mädchen dabei) Maschinengewehre und Pistolen, man könnte diese Gestalten wohl an der nächsten Straßenecke jeder finsteren Klein- und Großstadt treffen. Doch Karls Räuber ziehen plündernd durch die „böhmischen Wälder“, überfallen und zerstören die verhasste Welt des Establishments. Wenn sie aus der Schlacht zurückkehren, bringen sie neben dem toten Kameraden als Trophäen Perlenketten, Uhren, Büstenhalter, Bilderrahmen und schon mal den Schädel eines Feindes mit. Aus Freiheitskämpfern wurden längst Banditen. „Seht den lieblichen Abend“, stößt einer zynisch hervor.(...)

 

KRITIK ZU "TRILOGIE DER TRÄUME- THE KILLER IN ME IS THE KILLER IN YOU" PREMIERE 03.10.2008


06.10.2008 in "Lausitzer Rundschau" von Hartmut Krug

(...)Während die Mädchen weniger aufdrehen, – Ariadne Papst und Johanna Emil Fülle, aber ansatzweise auch Roland Schroll als Klein Gerber finden für ihre Figuren durchaus psychologische Unter- und Zwischentöne.(...)

 

 KRITIK ZU "SUCHERS LEIDENSCHAFTEN: ERNEST HEMMINGWAY"im JANUAR 2008 im St.Pauli-Theater Hamburg

 

 09.01.2008 in "Die Welt online" von FK

 

(...) Die entsprechenden Textpassagen las Peter Lohmeyer, und er las sie überzeugend lässig. Mit übereinander geschlagenen Beinen zum unbewegten Gesicht saß er seitlich an einem kleinen Lesetisch und überließ es allein seiner Stimme, Hemingways Lebenswut bei gleichzeitigem Lebensekel auszudrücken. Lohmeyer zur Seite stand die noch junge Schauspielerin Johanna Fülle. Dass sie mit ihrer weichen, angenehmen Stimme jedoch recht selten zu Wort kam, passte zum Thema: Auch wenn die brillanten Formulierungen Hemingways bis heute zunächst begeistern können, es ist und bleibt eine dunkle, eine feindliche Welt, die einen beim Zuhören zunehmend frösteln lässt.

 

Die ganze Kritik hier.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©2010 by Johanna Emil Fülle